Ausflug zur BUGA im Juni 2005

Im Jahr 2006 neu umgestaltet: Gärtnerplatz


Ludwigsvorstadt - Isarvorstadt

Im 2. Stadtbezirk sind die ehemaligen Stadtbezirke der Isarvorstadt mit Schlachthof, Glockenbach, Gärtnerplatz und Dreimühlenviertel sowie die Ludwigsvorstadt mit Hauptbahnhof, Theresienwiese, Alter Südlicher Friedhof und dem Innenstadtklinikum zusammen geschlossen. Hier wohnen etwa 46.000 Menschen, davon 65 % in Single-Haushalten und 27 % sind ausländischer Herkunft. Das Stadtviertel gilt als besonders tolerantes Wohngebiet; alle sozialen Schichten und viele unterschiedliche Kulturen leben hier friedlich miteinander.

Die Ludwigsvorstadt sollte ein modernes, grünes Viertel werden, mit der Bavaria als optischem Zielpunkt. Erkennbar ist diese Planung noch um den Kaiser-Ludwigs-Platz und am "Vorstadtdom" St. Paul mit dem zweit höchsten Kirchturm Münchens. Der Wiederaufbau nach der weit gehenden Zerstörung im 2. Weltkrieg änderte den Charakter des Bezirks. Verwaltungsgebäude, Büros und Gastgewerbe verdrängten Wohnungen und Kleingewerbe. Die Hotels zählen jährlich mehr als 2,7 Millionen Übernachtungen. Die Verkehrsberuhigung im Bereich der Innenstadtkliniken der Universität kommt der Genesung der Patienten und dem Lernerfolg der 2000 Medizinstudenten zu Gute. Pläne wegen des Umzugs eines Teils der Kliniken an den Stadtrand werden von der Staatsregierung seit Jahrzehnten verfolgt, aber bislang ist es bei Absichtserklärungen geblieben.

Im Bahnhofsgebiet sollte der ständig anwachsende Druck durch immer mehr Vergnügungsstätten wie Spielhallen und Sexshops durch Bebauungspläne und die Ablehnung durch den Bezirksausschuss gemindert werden, was aber praktisch fast nicht mehr gelingt. Der Bevölkerungsanteil des Bahnhofsviertels wird tagsüber von der Anzahl von Beschäftigten weit übertroffen. Viele davon sind in den Unikliniken, sonstigen Kliniken, Versicherungs-, Immobilien- und anderen Büros tätig, die hier das Hauptgewerbe bilden. Ansonsten hat sich im Bahnhofsviertel auch ein geschäftlicher und kultureller Schwerpunkt von ausländischen Bürgern gebildet, die wesentlich zur Prägung des Bahnhofsviertels beitragen. Soziale Angebote und Schulen aller Art bilden weitere Schwerpunkte der Nutzungen für den Allgemeinbedarf. Bei der in den nächsten Jahren geplanten Umgestaltung des Umfelds des Hauptbahnhofs, sowie dessen Neubau ist der Bezirksausschuss intensiv eingebunden.

Im Wiesnviertel stellt die Gestaltungs- und Nutzungsfrage der Theresienwiese einen Schwerpunkt der Bezirksausschussarbeit dar. Hier sieht sich der Bezirksausschuss als wesentlicher Faktor für die Erhaltung und Erweiterung der Grünfläche. Auch gilt es, diese besondere Freifläche mit ihrem Ensemble Bavaria und Ruhmeshalle mit eiszeitlicher Hangkante durch allzu intensive ganzjährige gewerbliche Nutzung für die Bevölkerung als Baudenkmal zu bewahren.

Das südlich angrenzende Schlachthofviertel hat eine sehr hohe Anzahl von "Einpendlern", die früh morgens den Schlachthof und die dazu gehörenden Gewerbebetriebe anfahren, aber auch abends die zahlreichen gastronomischen Betriebe besuchen. Dadurch wird der sowieso schon knappe Parkraum überstrapaziert. Verkehrsfragen (Parkplätze, Stauungen, LKW Verkehr, Fahrradrouten, Fahrradwege, Fußgänger) und die Beseitigung des Gründefizits stehen hier deshalb im Vordergrund der Bezirksausschussarbeit.

Die Isarvorstadt ist ein Mietshaus- und Gewerbeviertel mit sehr hohem und gepflegtem Altbaubestand. Erstmals entstanden in der städtebaulichen Entwicklung Münchens mehrstöckige Mietshäuser. Speziell der Bereich rund um den Gärtnerplatz ist am Reißbrett in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt und in einem Guss aus dem Boden gestampft worden. Das gesamte Gebiet war von vielen Stadtbächen durchzogen. Nachdem der Glockenbach 1960 zugeschüttet wurde, fließt heute nur noch der Westermühlbach durch das Viertel. Die langsame Umstrukturierung von einem Gemisch aus Wohnungen und Gewerbe zu einem sogenannten "attraktiven Wohnviertel" setzt sich fort, verbunden mit schnell fortschreitenden Verdrängungstendenzen der alteingesessenen Bevölkerungsschicht.

Das Glockenbachviertel als Bindeglied zur Ludwigsvorstadt ist in Teilbereichen das am dichtesten besiedelte Wohnquartier Münchens. Zusammen mit dem Gärtnerplatzviertel verfügt es über die größte Anzahl von Lokalen in München, die sich zunehmender Beliebtheit besonders auswärtiger Besucher erfreuen. Spezielle Lokale wie die für die schwullesbische Szene und deren Freunde haben sich als Farbtupfer in der Vergnügungskultur etabliert. Durch die Massierung aller gastronomischen Einrichtungen ist die dortige Wohnbevölkerung nicht nur großen verkehrlichen Belastungen und einer enormen Parkraumnot ausgesetzt, sondern auch einer zunehmenden nächtlichen Lärmbelästigung. Der Bezirksausschuss versucht dabei zwischen den berechtigten Anliegen der Bewohner und Besucher ausgleichend zu vermitteln. Die Diskussion um die Aufhebung der Sperrzeit nahm im Bezirksausschuss 2 seinen Anfang und muss weiter differenziert für die jeweilige Situation in diesem Stadtteil gehandhabt werden. Die Verkehrsprobleme werden auch noch durch den Besucherverkehr des Deutschen Museums, des Deutschen- und Europäischen Patentamts, des Gärtnerplatztheaters und vielen weiteren Einrichtungen verstärkt. Etwas Entspannung hat sich durch die Einführung der Parkraumbewirtschaftung ergeben, die ab dem Jahr 2006 nun bis heute im gesamten Gebiet des BA 2 umgesetzt wurde und von der ansässigen Bevölkerung fast durchweg positiv beurteilt wird.

Darüber hinaus sind in den letzten Jahren auch die Mietpreise im gesamten Bereich des Bezirksausschuss 2 rasant gestiegen, da sich dieser Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zu einem bevorzugten Wohnviertel für gut verdienende Single-Haushalte entwickelt hat. Gegen die Verdrängung der alteingesessenen und älteren Bewohner soll der Erlass von Erhaltungssatzungsgebieten gegensteuern, was jedoch als Instrument unzureichende Wirkung entfaltet.

Der im März 2008 neu gewählte Bezirksausschuss 2 besteht aus 23 Mitglieder. Sie verteilen sich auf 3 Fraktionen:
Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN (7) und Rosa Liste (3), zusammen 10
SPD (7)
CSU (5), bildet mit der FDP (1) eine Ausschussgemeinschaft

Der Bezirksausschuss 2 hat drei Unterausschüsse (UA) zur Vorbereitung der monatlichen (meist letzter Dienstag) Sitzungen. Die Bereiche:
UA Bauen/Planen; Vorsitz: Björn Brandstädter (SPD)
UA KVR für Gaststätten, Verkehr, Veranstaltungen und Theresienwiese; Vorsitz: Friedrich Kraus (CSU)
UA KJS für Kultur, Jugend und soziale Angelegenheiten; Vorsitz: Norbert Zimmer (Bündnis90/Grüne)

Der Bezirksausschuss 2 hat folgende Arbeitsschwerpunkte:
1. Erhalt der vorhandenen Bevölkerungsstruktur und der Mischung von Wohnen und Gewerbe
2. Verbesserung des Wohnumfeldes durch Schaffen von mehr Grünflächen in den Wohnquartieren.
3. Erhalt der Theresienwiese als innerstädtische Frei- und Grünfläche mit Einschränkung von weiteren Großveranstaltungen, sowie deren ganzjähriger Nutzung.
4. Ausreichende Versorgung mit Kinder- und Jugendeinrichtungen und deren ausreichende finanzielle Unterstützung durch die Landeshauptstadt.
5. Verhinderung einer weiteren Zunahme von Spielhallen und anderen Vergnügungsstätten insbesondere im Bahnhofsviertel.
6. Linderung der Parkplatznot durch geeignete Maßnahmen wie z. B. Anwohnergaragen.
7. Stadtviertel verträgliche Lösungen bei der Realisierung des Masterplans Hauptbahnhof. Imageverbesserung des südlichen Bahnhofsumfelds.
8. Erhaltung der Vielfalt aller im Viertel lebender Bevölkerungsgruppen, sowie die Förderung des friedlichen Miteinanders.

Der Vorsitzende des Bezirksausschusses ist Herr Alexander Miklosy (Rosa Liste).

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